Gesetzentwurf als Chance für die Bildung im Saale-Orla-Kreis

St. Gerbig
Ralf KalichKommunalesLandWahlkreis

Der Gesetzentwurf der Thüringer Landesregierung bestehend aus DIE LINKE, SPD und Bündnis 90/Die Grünen muss als eine große Chance für die Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum des Saale-Orla-Kreises angesehen werden, mit dem Ziel, Lehren aus den verschiedenen Problemen während der Coronapandemie zu ziehen und die Schulen in ihrem Bildungsauftrag zukunftsfest aufzustellen.

Der Gesetzentwurf von rot-rot-grün besteht aus mehreren großen Schwerpunkten, unter anderem soll der Unterricht wesentlich praxisorientierter werden, um die Abschlussfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu verstärken und eine bessere Berufsorientierung zu ermöglichen. Es soll rechtliche Grundlagen zur Umsetzung digitaler Lernformen inklusive digitaler Lernmittelfreiheit geben, was jeder Schülerin und jedem Schüler ermöglicht, ein eigenes, vom Land Thüringen bezahltes, digitales Endgerät für den Unterricht zu nutzen. Die Schulsozialarbeit soll mit dem neuen Schulgesetz gestärkt werden, pädagogische Assistenzkräfte eingesetzt und der Ausbau des längeren gemeinsamen Lernens vorangetrieben werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesetzentwurfs ist die Zweizügigkeit bei Grund- und Regelschulen, welche mit einer Angleichung der Bezahlung für Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen auf Gehaltsklasse A13 attraktiver auf Studierende wirkt und somit mehr ausgebildete LehrerInnen in Thüringen auch tatsächlich bleiben wollen. Zudem hat die Zweizügigkeit den Vorteil, dass im Falle von krankheitsbedingtem Ausfall oder z.B. bei Beschäftigungsverbot durch Schwangerschaft kein Unterrichtsausfall oder Klassenzusammenlegungen drohen.

„Kein Schulstandort im Saale-Orla-Kreis ist durch unseren Vorschlag der Zweizügigkeit in Gefahr.“, betont Ralf Kalich, Abgeordneter der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. „Das Schulgesetz sieht insgesamt neun Ausnahmeregelungen vor, wie z.B. Platzmangel für Zweizügigkeit, fehlende Aufnahmemöglichkeit der Nachbarschule oder dass die Schulwegzeiten von 35 Minuten überschritten werden. Allein dadurch werden viele kleine Grundschulen abgesichert. Weiterhin können die Grundschulen durch Kooperation mit einer anderen Grundschule nach dem Filialmodell des Gesetzes ihren Standort sichern. Es wird durch das Gesetz sichergestellt, dass nicht in den bestehenden Schulnetzplan eingegriffen wird. Damit sind die Schulstandorte abgesichert und eine bessere Unterrichtsabsicherung wird ermöglicht.“

Gute Bildung bedeutet auch, sich Neuem nicht zu verschließen und Chancen zu nutzen, um eine Weiterentwicklung für die Schüler und Schülerinnen und für den gesamten Landkreis Saale-Orla voranzubringen. „Wir brauchen keinen Rückfall der Bildungsarbeit in die 1990er Jahre. Wir brauchen die Digitalisierung, den Fortschritt und sollten die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen nutzen, so gut es für alle Beteiligten möglich ist.“, so Kalich.

Unsere Schulen haben es verdient, dass sich die demokratischen Fraktionen auf einen gemeinsamen Weg der Weiterentwicklung einigen.